Catcher on the Rhein, Deutsch
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Administration akzeptiert zunächst Studierende, verweigert dann die Einschreibung bei Ankunft

Von Ottavia Mossetto – Kleve, Deutschland

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Verweigerte Immatrikulation schließt potenzielle Studierende aus dem Campus Umfeld aus. Art by Uzair Munir

„Es ist schwer hier zu sein, ohne etwas zu tun zu haben“, sagte Basiouni. „Ich musste großen Aufwand betreiben, um herzukommen, angefangen bei den 8,000€, die ich in einem Sperrkonto hinterlegen musste, nur um in Deutschland zu sein. All dieses Geld ist nicht mal genug.“

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Internationale Studierende wurden zum Studium zugelassen, kamen nur wenige Tage zu spät nach Kleve und ihre Einschreibung wurde abgelehnt. Ungefähr hundert Leute suchten online Hilfe.

Dieses Jahr hat die Hochschule Rhein-Waal eine Nachricht an alle Bewerber*innen gesendet. Die Nachricht besagt das die Einschreibefrist an der Universität nicht länger bis 15. November verlängert wird. Dieses Jahr würde sie der 15. Oktober bleiben. Trotzdem, wie in den letzten Jahren, kamen Leute zu spät. In manchen Fällen entschieden sie sich nicht zu kommen, sobald sie sahen, dass sie zu spät dran sind.

„Die Frist war genau der 15. Oktober“, sagte Ventresco. „Manche Studierende kamen buchstäblich einen Tag später mit Koffern, direkt vom Flughafen, und wurden abgelehnt. Es war schrecklich.“

Laut den Mitarbeitern des Studierendenservice kamen nur fünf oder sechs Studierende zu spät zur Registrierung und ihre Einschreibung wurde abgelehnt. Laut Ventresco sind viele Leute, die von dem Problem betroffen sind, nie angekommen.

„Künftige Studierende und ihre Eltern kontaktieren uns via E-Mail, sie beschweren sich, dass sie den Zulassungsbescheid zu spät bekommen haben, um sich auf das Visum zu bewerben und pünktlich zur Registrierung zu sein“, sagte Ventresco. „Ich kann vermutlich hunderte von diesen E-Mails zählen.“

Der Grund für die vielen Zuspätkommenden ist der Zeitpunkt des Zulassungsbescheids der Hochschule und dem Visumsprozess von da an. Viele Studierende erhielten ihren Zulassungsbescheid im September. Das bedeutet, dass von ihnen erwartet wird, ihren Visumsprozess zwischen September und dem 15. Oktober abzuschließen. In vielen Fällen sind es weniger als vier Wochen den Prozess zu abzuschließen.

„Ich musste zwei Monate warten, nur um einen Termin in der Deutschen Botschaft zu bekommen, um mein Studierendenvisum ausgestellt zu bekommen“, sagte Omar Basiouni, ein potentieller Student aus Kairo, Ägypten, dessen Einschreibung bei seiner Ankunft in Kleve abgelehnt wurde. „Damals wusste ich noch nicht mal, ob ich an der Hochschule angenommen bin, oder nicht.“

Basiuoni ist einer der vielen Internationalen Studierenden die nach Kleve kamen und bei ihrer Ankunft abgelehnt wurden. Er war wenige Tage zu spät. Was dieses Jahr passierte, könnte normal wirken, wenn die Hochschule in den letzten Jahren die Frist nicht immer verlängert hätte.

„Für zulassungsfreie Kurse wurde die Frist bisher immer bis November oder sogar Dezember verlängert“, sagte Ventresco.

Laut Ventresco ist das Problem für Zuspätkommende, dass sie durch das späte Eintreten in den Studienkurs oft nicht in der Lage sind, die obligatorischen Labore oder Kurse zu absolvieren, die benötigt sind um die credits anerkannt zu bekommen.

Der Universitäts-Vorstand hat eine Erklärung geemailt um mitzuteilen, warum die Frist dieses Jahr nicht verlängert wurde. Laut der Erklärung wurde die Einschreibefrist in den vergangenen Jahren für manche Kurse bis zum 15. November verlängert. Der Vorstand behauptet das die große Mehrheit dieser Studierenden kein einziges Modul in ihrem ersten Semester abgeschlossen hat. Schlimmer noch, da manche Zweitsemester Module auf Erstsemester Module aufbauen, bedeutete dies dass die anfänglichen Probleme von Zuspätkommenden sich in das zweite Semester erstrecken.

„Studierende waren gezwungen, Module aus dem ersten Semester im dritten zu absolvieren, was bedeutet, dass quasi ein Studienjahr verloren geht“, so die E-Mail des Vorstands. „Diese Verzögerung führte zu schweren Komplikationen bezüglich der Visa mit der lokalen Ausländerbehörde, da Internationale Studierende eine minimale Anzahl an credits erreichen müssen, um nicht zu riskieren, dass sie die Berechtigung zur Verlängerung ihres Studierendenvisums verlieren.“

Der Vorstand geht davon aus, dass die Zuspätkommenden Module verpassen werden und dies sich später auf den Prozess der Visaverlängerung auswirken wird. Allerdings ist dies nicht immer der Fall.

„Ich kam am 17 Oktober in Kleve an“, sagte Basiouni. „Ich wusste, dass ich zu spät war, aber ich hatte Freunde in Kleve, welchen eine Fristverlängerung bewilligt wurde. Ich nahm an, dass es dieses Jahr auch der Fall sein könnte. Stattdessen kam ich hier an und sie sagten mir nur das ich dieses Jahr nicht studieren kann.“

Laut Basiouni studierte er bereits in Ägypten. Um an der HSRW zu studieren, musste er seine Universität zu Hause verlassen. Um sich für das Visum um nach Deutschland zu reisen zu qualifizieren, musste Basiouni über zwölf verschiedene Genehmigungsstempel von Ägyptischen Regierungsbehörden bekommen. Er sagt das nun, seit er in Deutschland ist, er weder zurück  noch hierbleiben kann.

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Stempel von verschiedenen Behörden im Heimatland eines Studierenden, gesammelt um sich für ein Studierendenvisum zu bewerben. Foto von Ottavia Mossetto

„Es ist schwer hier zu sein, ohne etwas zu tun zu haben“, sagte Basiouni. „Ich musste großen Aufwand betreiben, um herzukommen, angefangen bei den 8,000€, die ich in einem Sperrkonto hinterlegen musste, nur um in Deutschland zu sein. All dieses Geld ist nicht mal genug.“

Damit Basiouni in Deutschland bleiben kann, muss er vor Januar 2019 ein anderes Studium finden. Ansonsten wird er Deutschland verlassen müssen.

„Ich muss ein Studium finden damit das Visum endgültig ausgestellt wird“, sagte Basiouni. „Ich werde mich vermutlich bei irgendeinem Sprachkurs anmelden müssen.“

Universitätsprofessoren gaben eine Erklärung zu dem Thema ab. Dr. Dirk Nissling, Dekan der Fakultät Technologie & Bionik, sagt das er die Erklärung des Vorstands unterstützt. Dr. Jakob Lempp, Dekan der Fakultät Gesellschaft und Ökonomie, sprach über das Problem aus zwei Blickwinkeln.

„Studierende in zulassungsfreie Bachelor Programme bis November einzuschreiben hat in der Vergangenheit teilweise zu einer Situation geführt in der Erstsemester Studierende Schwierigkeiten hatten all die Voraussetzungen zu erfüllen“, sagte Lempp. „Auf der anderen Seite ist es vollkommen verständlich, dass Leute die sich erfolgreich auf ein Studium an unserer Hochschule beworben haben, eine realistische Chance haben sollten sich tatsächlich einzuschreiben.“

Es ging um Studierende, die zu spät kamen um bestimmte Module zu absolvieren. Dennoch, was mit der neuen Frist nicht berücksichtigt wird, ist, dass viele von den betroffenen Internationalen Studierenden von tausenden von Kilometern herkamen. Nun müssen sie zurück nach Hause.

„Ich war geschockt das sie mich trotz nur drei Tagen Verspätung nicht angenommen haben“, sagte Basiouni. Warum so streng mit den Regeln? Ich habe Freunde die am 15. November kamen um sich einzuschreiben, aber das Büro war so überfüllt, dass ihnen gesagt wurde, dass sie am 16. wiederkommen sollen. Sie wurden erfolgreich später eingeschrieben, warum ich nicht?“

 

 

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